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Phantome

Manchmal ist es fast schade, dass wir kein Chor sind, denn wären wir einer, dann bräuchten wir einen Namen. Der ergäbe sich von selbst: "Phantomschmerz".

Mit Ausnahme von Garagenpunk ist Sacred Harp vermutlich die niedrigschwelligste Möglichkeit, beim Singen Spaß zu haben und es zu lernen; wir prüfen niemanden, keiner muss singen, jeder darf singen. Das immerhin scheint einigen Menschen einzuleuchten, die auf diese Website geraten, denn es melden sich nahezu jede Woche zwei bis drei Interessenten.

Fast immer sind sie begeistert, wollen mitmachen. Sie fragen, wann und wo wir uns treffen (hier!), ob es was kostet (nein! (*)), wie alt wir im Durchschnitt sind (egal!), wie viele wir sind (genügend und doch immer zu wenige).

(*) Das Kleingedruckte: Natürlich kostet unsere Cappella etwas. Die monatliche Miete bringt eine Gruppe von Freiwilligen auf, mit etwa 20 Euro im Monat pro Nase. Immer, wenn da jemand ausfällt, bricht kurz Panik aus und schon springt der nächste ein. Freiwillig. Also mach dir keine Sorgen.

Ich versuche, den Zaghaften Mut zu machen. Hey, es wird tatsächlich keiner was von euch wollen! Ihr könnt euch den Krawall wirklich erstmal anhören, so lange ihr wollt! Nein, ihr müsst nichts unterschreiben! Ja, ihr könnt jederzeit gehen! Niemand bekommt einen Standard-Text aus der "Schublade", ich schreibe allen brav individuell zurück.

Fast immer vergeblich. Von neunzig Prozent derer, die sich melden, hören wir nie wieder etwas. Das sind unsere "Phantome", inzwischen weit über zweihundert. Welchen Sound wir wohl hätten, wenn nur ein Viertel von ihnen wirklich käme?

Wenn du gerade neugierig geworden und über diesen Text gestolpert bist - gib dir einen Ruck... und komm. Schlimmstenfalls ist es nichts für dich. Und im besten Falle machst du eine Entdeckung, die vielleicht dein Leben verändert, denn wir sind... kein Chor.